Stadt, Land, Fluss

Puh, kennt ihr das? Ihr wollt unbedingt umziehen, seid schon seit einer gefühlten Ewigkeit am Suchen und findet doch nicht das Passende? Bei uns ist das Ganze noch schlimmer: Wir wissen einfach nicht, WO wir hinziehen sollen; ausgelöst durch meine wirren Gedanken, Gefühle, Sehnsüchte, Ängste… Aber erst einmal ganz von vorn:

Wir wohnen in einer Großstadt. In einer quirligen Großstadt. In einer quirligen, bunten Großstadt. In einer quirligen, bunten Großstadt am Fluss. Und sogar mit einem fantastisch magischen Wald. Es ist sehr schön hier. Man kommt aus dem Haus und stolpert direkt ins Leben. An jeder Ecke hat man duftende Brötchenbäcker, hippe Cafes mit leckeren Smoothies und Hirsemuffins;-), gefühlt tausende Restaurants –ob vegan, Mexikanisch, Äthiopisch oder „nur“ Italienisch, der Feinschmecker-Magen kommt definitiv nicht zu kurz-, entspannte Papis mit einem Baby in der Manduca, bunte Picknickdecken in den zahlreichen Stadtparks, offene Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensphilosophien, ein buntes Treiben der Schiffe auf dem Rhein, Bioläden an jeder Ecke, Workshops und Kurse für jeden, entspannte Spaziergänger, Yogis oder Mountainbiker im Wald, und und und… Hier findet Leben statt, man ist nicht allein und findet für jede Lebensphase das Richtige für sich.

…Wenn da nicht der Smog wäre… Und da beginnt mein ganzes Dilemma!

In einer Gr0ßstadt zu wohnen heißt nämlich auch: Es ist laut, es ist schmutzig, es ist voll. Man kommt aus dem Haus und stolpert ins Chaos. Die Straßenbahn poltert um die Ecke, die Luft riecht nach Abgasen, man hört alle paar Minuten ein lautes Hupen von gestressten Menschen, der Pennyverkäufer hat dicke Augenränder, weil ihm die laute Musik vom Nachbarn den Schlaf geraubt hat, der Betrunkene pöbelt den Fünfjährigen um 7 Uhr früh an, die Ampel springt schon das dritte man auf Rot, ohne dass es irgendwie vorankommt, und und und… Ahhhhh! Einmal Perspektivwechsel, bitte!

Was wäre die Alternative? Genau! Das Land!

Man kommt aus dem Haus und stolpert direkt in die Natur. Es duftet nach frischem Gras, der Nachbar sagt über den Zaun „Guten Morgen“, während man mit einer heißen Tasse Tee den Tag im eigenen Garten startet, man hört Kinderlachen beim Planschen und Sandkuchenbacken auf dem Hof, das Schaf määääht während eines Spaziergangs an der Weide entlang, die Bienen surren leise, während sie die nächste Blüte ansteuern, der Schmetterling flattert hinterher, der Brötchenbäcker lächelt dich fröhlich an und kennt dich persönlich, und und und… Hach wie romantisch!

…Aaaaaaber: Wo bleibt die abgasfreie Kutsche, die mich von A nach B bringt? Und bitte auch um 18.13 Uhr, denn meine Sojamilch ist aus!

Land und romantisch? Man kommt aus dem Haus und stolpert in den Kuhmist. Es stinkt nach Gülle, der Nachbar quatscht dich schon am frühen Morgen von seinen Problemen mit den Teenagermädels voll, der Hochleistungsmast nebenan surrt laut, dein Kind stürzt schlimm und du brauchst eine dreiviertel Stunde zum nächsten Arzt, ihr habt gleich zwei Autos, um zum nächsten Bäcker oder zum Pilateskurs zu kommen… Uffff, einmal Charles Ingles mit Wohlfühlgarantie, bitte!

Sooooo, was mache ich nun aus dem Ganzen? Was passt besser? Stadt mit Fluss, oder Land mit Weide? Was ist besser für meine Tochter, wie soll sie aufwachsen? Je nachdem, wie ich grad drauf bin, wechselt mein Wunsch. So viel weiß ich jedoch inzwischen: Je besser es mir geht, desto klarer ist der Wunsch nach einem quirligen Stadtleben. Je stärker jedoch meine Ängste aktiviert sind (Abgase, Pestizide, Strahlenbelastung), desto mehr zieht es mich auf´s Land; vor allem für meine Tochter! In solchen Momenten fühlt sich mein inneres an, als wenn ich täglich Bungeejumping ohne Überlebensgarantie hätte; ich wünsche mir jedoch inneres Yoga mit Entspannungsgarantie! Aber vielleicht muss ich auch erst entspannter und angstfrei werden, um doch zu merken, dass ein Landleben weitere Vorzüge bietet außer den minderen Umweltgiften. Hmmmm… Ich habe einige Freunde, die auf dem Land wohnen und jedes Mal denke ich mir: Hach, wie schön doch so ein Stadtleben ist! Außerdem zieht es mich als Backpackerin aus Leidenschaft auch in den allermeisten Fällen immer dorthin, wo es bunt bunt bunt ist. Die entspannte Natur interessiert mich auch im Urlaub eher nur als Tagestrip.

Was für mich das Passende ist, ist damit dann wahrscheinlich klar. Und dass Kinder entspannte und glückliche Eltern brauchen, um gesund aufzuwachsen ist auch klar. Aber was mache ich denn nun mit meinen Ängsten vor Umweltgiften? Sind sie berechtigt? Übertrieben? Sowieso nicht beeinflussbar? Oh je!

Stadt, Land, Fluss… Mal schauen, wohin der Weg uns führt!

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Nein!

Ein Leben ohne „Nein!“? – heute undenkbar?! Mir war bis vor kurzem überhaupt nicht bewusst, mit wie vielen Einschränkungen, wie vielen Neins, man lebt. Erst durch meine einjährige Tochter merke ich, wie wir Menschen in der heutigen „Zivilisation“ groß werden und bin regelrecht schockiert über die Auswirkungen der ganzen Neins; diese prägen uns nämlich mehr, als wir glauben.

Es fängt im Grunde genommen schon mit der veränderten Umwelt an. Ich lebe in einer Großstadt, umgeben von vielen Gebäuden, Straßen, Autos… so wie es halt in Städten so ist. Es ist voll, es ist laut, es ist dreckig. Was hat das jedoch mit Verneinungen zu tun? Eine Menge! Meine Tochter kann sich keinen Tag so in ihrer Umwelt bewegen und verhalten, ohne dass es an zig Neins hagelt. Nein, du darfst nicht über die Straße! Nein, nicht die Zigarette aufheben! Nein, lass deine Schuhe an, hier gibt es Scherben! Und so weiter und so fort. Eigentlich möchte ich gern, dass sie sich frei bewegen kann, ohne Angst zu haben, an der nächsten Ecke von einem Auto, einem Fahrrad, einem Menschen beim Whatsappen umgenietet zu werden. Ich möchte, dass sie immer und überall barfuß laufen kann. Ich fände es toll, wenn sie ihre orale Phase ohne Bedenken ausleben dürfte…

Weiter geht es mit den gesellschaftlichen Erwartungen. Es gibt unzählige Erwartungen, wie ein Kind zu sein hat, wie es erzogen werden sollte. Erziehung an sich ist ein Produkt der heutigen Zivilisation; ein Mensch wird so geformt, wie er zu sein hat. Er wird passend gemacht. Besonders viel Spielraum gibt es da nicht. Nein, du darfst nicht bei Mama und Papa schlafen! Nein, du darfst nicht an Mamas Brust, nimm lieber die Kuhmilch! Nein, du darfst nicht mit dem Finger auf Leute zeigen. Nein, nicht in die Pfütze springen, deine Schuhe werden schmutzig! Nein, nicht singen, wir sind in der Bahn! Nein, nicht kratzen, das ist Aua! Nein, du darfst nicht wütend sein und dich auf den Boden werfen, die Leute gucken! Und und und; ich könnte seitenlang weitere Beispiele nennen.

Mit am Schlimmsten finde ich, dass es von Anfang an verpönt ist, Gefühle zu zeigen. Es wird den Kindern (und Babys!) suggeriert, dass das etwas ganz Schlechtes ist. Es fängt schon mit der Geburt an. Babys, die nach Liebe schreien und ganz viel Körperkontakt brauchen, sollen abgehärtet werden, indem man sie einfach schreien lässt, bis sie resigniert haben. Man verwöhnt angeblich die Kinder, wenn man mit ihnen kuschelt, wann sie möchten. Außerdem sollte man sie nachts schreien lassen, damit sie lernen, dass man nicht immer springen kann. Hä? Wie war das noch mit dem Urvertrauen? Trösten ist auch nicht immer gut gesehen. Das Kind könnte doch auch hier verwöhnt werden. Es muss lernen, auch mal aushalten zu können. Dass Wut in unserer Gesellschaft verpönt ist, muss ich sicherlich nicht näher erläutern. Es gibt wahrscheinlich nie so viele Neins, wie bei einem trotzenden und wütenden Kind.

Was macht das mit einem Menschen, der sein ganzes Leben so aufwächst? Denn im Grunde genommen werden von Anfang an so viele Bedürfnisse verboten und den Kindern wird beigebracht, dass ihre Instinkte falsch sind. Jedes Baby möchte gern viel von der Mutter getragen werden und an ihrer Brust einschlafen. Jedes Kind möchte gern seine Umwelt mit allen Sinnen erkunden und sich frei bewegen. Jeder Mensch, ob klein oder groß, möchte gern getröstet, geliebt und ernst genommen werden… Ich glaube, dass die Kinder, die mit so vielen Neins groß werden, nicht gänzlich glücklich werden können; denn ein großer Teil des Ichs geht verloren. Viele arrangieren sich mit dem, was sie kennen; nämlich den gesellschaftlichen Normen. Sie sind ja ein Teil der Gesellschaft und erfahren damit illusorische Liebe. Das macht oberflächlich glücklich. Natürlich gibt es auch einige, die lernen, im Hier und Jetzt wieder nach ihren Bedürfnissen zu leben und somit mehr zu seinem Ich zu finden. Ich habe den Eindruck, dass es noch nie so viele Ratgeber gab wie heute, die zu einem glücklichen und achtsamen Leben verhelfen möchten, denn der Leidensdruck scheint groß zu sein…

Was ich mir wünsche? Ganz einfach! Ein bejahendes, bedürfnisorientiertes Leben, in der wir unsere Kinder ernst nehmen. Lasst uns ja zu ihren Gefühlen sagen. Lasst uns Räume (und wenn es das eigene Kinderzimmer ist) schaffen, in der sie sich frei, ungehemmt und ohne Verbote bewegen können. Das ist zumindest ein guter Anfang! Lasst uns einige auf der Zunge liegenden Neins einfach mal herunterschlucken und gucken, was passiert… Unerzogen leben – glücklich sein!

Löwenzahngelee

Den Löwenzahn findet man im Frühling an wirklich jeder Ecke und schon kleine Kinder kennen ihn. Was jedoch viele Menschen nicht wissen ist, dass der Löwenzahn sehr vielfältig einsetzbar ist; ob in der Küche oder als Heilpflanze… Außerdem kann man alles vom Löwenzahn verwenden, von der Blüte bis zu der Wurzel. Eine wundervolle Pflanze!

Ich habe diesmal etwas Neues ausprobiert; nämlich ein Löwenzahngelee zu machen. In Zeitschriften und im Internet findet man diverse unterschiedliche Rezepte und ich habe es folgendermaßen gemacht (für zwei Gläser á 200 ml):

Nach einem sonnigen Vormittag habe ich beim Spaziergang ca. 50 Löwenzahnblüten gepflückt. Bitte achtet darauf, dass ihr keine Wiese leerpflückt, sondern an verschiedenen Stellen eine Handvoll sammelt. Außerdem solltet ihr nur so viel pflücken, wie ihr benötigt, so dass keine Pflanzen weggeworfen werden müssen. Am Besten geht man in der Mittagssonne pflücken, denn dann hat der Löwenzahn reichlich Energie getankt.

Zuhause habe ich die Blüten sorgfältig abgeputzt, verirrte Ameisen wieder in die Freiheit geschickt;-)  und die Hüllblütenblätter von den Blüten abgezupft. Das benötigt alles etwas Zeit. Ihr könnt auch eine Schere benutzen, vielleicht geht das schneller. Für mich hatte das Zupfen einen meditativen Charakter und hat mir Freude bereitet.

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Anschließend habe ich zwei mittelgroße Äpfel geschält und in grobe Würfel geschnitten, eine halbe Zitrone ausgepresst und zusammen mit den Löwenzahnblüten sowie 400 ml Wasser eine halbe Stunde bei geringer Hitze (nur am Anfang kurz zum Kochen bringen) köcheln lassen.

Danach habe ich alles durch ein Sieb gegossen und den aufgefangenen Saft gewogen, um ihn dann anschließend mit dem Gelierzucker 5 Minuten sprudelnd kochen zu lassen. Ihr könnt ein Geliermittel eurer Wahl benutzen; ich habe 1:1 Zucker benutzt, da ich die Konservierungsmittel der anderen Mischungen nicht mag, Es gibt jedoch auch zuckerfreie Geliermittel im Bioladen.

Zum Schluss habe ich das heiße Gelee in ein Glas gefüllt und erst am nächsten Tag getestet. Ich war wirklich positiv überrascht! Das Gelee schmeckt herrlich fruchtig, am besten mit Brot und Butter. Yummie!!!

Das zweite Glas werde ich meiner Mutter zum Muttertag schenken…:-)

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Neusortierung

Lieben, leben und lachen! Das sind im Grunde genommen die wichtigsten drei Verben, die unseren Alltag begleiten sollten. Das Lieben und Lachen kriege ich hin, denn ich bin letzten Sommer Mutter einer wundervollen Tochter geworden. Erst jetzt weiß ich wirklich, was richtige Liebe ist. Man liebt zwar auch schon, bevor man Kinder hat, aber richtig vergleichen kann man dies jedoch nicht mit der Liebe zum Kind. Es ist, als wenn das Herz plötzlich um einiges gewachsen wäre, aber trotzdem jeden Augenblick platzen könnte – als wenn du auf einmal all deine Lieblingsfarben mit ganz neuen Augen siehst und deine Kunstwerke mit dem letzten und schönsten Klecks zum Strahlen bringst – als wenn der Spiegel in deinem Zimmer dich nun ganz zeigen würde… Puh, wirklich schwierig in Worte zu fassen! Die Mütter unter uns können meinen Enthusiasmus sicherlich verstehen:-)

Das Lachen ist wirklich nicht schwierig; der Alltag ist viel zu bunt geworden, um nicht mindestens einmal am Tag einen richtig schönen, herzlichen Lachanfall zu bekommen- zu dritt! Herrlich!

Und das Leben? Tja, das ist so eine Sache. Zurzeit hinterfrage ich sehr viel im Leben; eigentlich fast alles, was bisher für mich als selbstverständlich galt. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll, was ich zuerst ändern kann. Ich bin zwar nicht unglücklich, aber irgendwie habe ich den Drang mehr aus dem Leben zu machen; es passend zu machen. Mich noch einmal zu verändern. Dem Minimenschen sowie meinem Lieblingsmann und mir losgelöst von den gängigen Gesellschaftserwartungen ein „freies, glückliches, gesundes Wunschdasein“ zu ermöglichen. Anders kann ich es grad nicht ausdrücken… Ich möchte mich und mein Leben neu sortieren…

Einen klitzekleinen Anfang mache ich mit der Neusortierung meines Blogs;-) Neues Outfit, neue Themen! Ich wünsche mir Zeit und Muße meine Gedanken niederschreiben zu können. Manchmal muss etwas Großes klein anfangen, indem man erst einmal seine Gedanken in Worte fasst…

Fotos Blog1